Sonntag, 9. Juni 2013

21. TAG Glück gehabt

In der Nacht hat es geregnet. Auch am Morgen ist es noch bewölkt und so bleibe ich im warmen Schlafsack liegen, während neben mir schon Alle mit dem Frühstück beschäftigt sind. Nach acht Uhr krieche auch ich aus dem Zelt und packe erstmal die Packtaschen. Dann lasse ich das Zelt trocknen und mache mir ein Müsli und einen Tee. Es ist noch recht frisch und so fahre ich mit langen Hosen los. Es ist eine einsame Gegend. Die ersten 15 km kein Haus, kein Mensch nur ab und zu ein Auto. So fahre ich bis nach Mittag und lege mich bei einer kleinen Kapelle auf eine Bank. Beim Kartenstudium stelle ich fest, dass es im Umkreis von 100 km nur einen Campingplatz gibt. Dieser wird mein Ziel sein, weil auch das Wetter immer schlechter wird. Ich brauche seit Deutschland zum ersten Mal wieder den Regenmantel. Es wird auch empfindlich kalt. Noch immer fahre ich durch diese einsame Gegend, in der die Orte den Namen nicht verdienen. Sie haben zwischen 3 und 10 Häuser und sonst gibt es nichts außer Wald, Heidelbeerstauden, Seen und die Straße auf der ich strample. Es wird immer kälter und ich erreiche den Campingplatz ziemlich durchfrohren, weil ich zu faul war, das warme Radlerhäs anzuziehen. Schreck in der Nachmittagsstunde: die Rezeption ist nur am Vormittag besetzt. Zufällig kommt eine Dame vorbei, die einen Schlüssel zur Rezeption hat und die Vermieterin anruft. Nach einem längeren Gespräch, von dem ich kein Wort versanden habe, händigt mir die nette Dame einen Schlüssel für ein Häuschen aus. Ich bin der einzige Gast und habe das Servicehaus für mich ganz allein. Küche, Dusche, Esszimmer und Waschhküche stehen mir zur Verfügung. Ich werde es genießen. Es ist ja schließlich Sonntag und Kapillifäscht. Das Wetter ist nicht gut, es regnet immer wieder. Und so werde ich in einem geheizten Zimmer eine gute Nacht verbringen. Bis Morgen, ein verwöhnter Nordkapradler.

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