Montag, 24. Juni 2013

36. TAG Zweigeteilt

Der heutige Tag war anstrengend, schön, nass, kalt und windig. Aber der Reihe nach. Bis um 6 Uhr hat es geregnet. Ich habe in meiner Suite gefrühstückt. Müsli, Tee und 2 Eier. Ich bin um halb Acht losgefahren. Zuerst war es bedeckt und schwül, später wurde es aber immer sonniger. Ärgerlich, dass nach ca. 25 km ein Campingplatz gewesen wäre. Den hätte ich gestern sicher noch geschafft und mir das sündteure Zimmer sparen können. Die Strecke führte jetzt am Meer entlang. Es war herrlich. Fast eben immer der Küste folgend radelt man dahin. Nur die Wohnwagen, hauptsächlich deutsche, fahren an mir vorbei. Ich fotografiere soviel, wie schon lange nicht mehr. Der Geruch des Meeres beflügelt mich und ich nehme mir vor, heute das Nordkap zu erreichen. Zu Mittag dreht wie immer der Wind auf Nordwest. Heute stört es mich wenig. Aber auch die Wolken nehmen wie immer ab Mittag zu. Kurz vor dem fast 7 km langen Nordkaptunnel mache ich windgeschützt eine längere Pause. Als ich wieder erwache, ist Nebel aufgezogen und es ist empfindlich kälter geworden. Ich stürze mich auf das Tunnelabenteuer. Die Röhre führt unter dem Meer hindurch, was heißt: ich fahre die ersten 3 km auf 230 m unter den Meeresspiegel und dann natürlich auch wieder hinauf. Ich schaffe die 9% Steigung ohne Probleme und sehe bald wieder Licht am Ende des Tunnels. Der Nebel wird immer dichter und als ich durch den Honningsvagtunnel in das gleichnamige Städchen komme, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich bis zum Nordkap fahre. Der Versuch eine Unterkunft zu bekommen scheitert mangels freier Hütten. Also fahre ich zum nächsten, der nur mehr 13 km vor dem Nordkap liegt. Hier soll es ausreichend freie Unterkünfte geben. Die Fahrt dorthin hat es aber in sich. Es geht steil bergauf. Der Nebel wird so dick, dass ich beim Fahrrad das Licht einschalte, um nicht von irgendwelchen Deutschen überrrollt zu werden. Ich bin vom Nebel nass geworden und der Wind pfeift mir auch nicht schlecht um die Ohren. Auf dem Campingplatz miete ich eine "Cabin" und lasse das Wetter am Nordkap von Simon checken. Nass und neblig, morgen soll es besser sein. Also werde ich morgen den Schlussspurt hinlegen. Macht ja keinen Sinn im stockdichten Nebel die Mitternachtssonne zu suchen. Ich habs also fast geschafft und hoffe morgen auf gutes Wetter. Fast 4000 km sind es bis hierher geworden. Beim Erreichen des Zieles werde ich morgen natürlich gleich einen Blog absetzen. Nach den heutigen 140 km und über 1000 Hm bin ich müde und lege mich jetzt ins Bett. Inzwischen hat es auch zu regnen begonnen und ich bin froh, in der geheizten Hütte zu sitzen. Bis morgen.

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